Psychische Belastung

Arbeitgeber sind nach den Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz ihrer Beschäftigten so sicher und gesunderhaltend wie möglich zu gestalten. Dabei sollte neben körperlichen Belastungsfaktoren auch die psychische Belastung ausreichend Beachtung finden. Schließlich beeinträchtigen Stress, Mobbing und hoher Leistungsdruck die Gesundheit und können auf Dauer krank machen. Erfahren Sie, was psychische Belastung genau ist und wie Sie Ihre Mitarbeiter davor schützen können.

Psychische Belastung – Definition

Unter einer psychischen Belastung versteht man im arbeitswissenschaftlichen Sprachgebrauch alle Einflüsse, die während der Arbeit von außen auf einen Menschen einwirken. Diese müssen nicht zwangsläufig negativ sein. Auch positive Einflüsse werden im arbeitswissenschaftlichen Kontext unter den Begriff der psychischen Belastung gefasst. Damit unterscheidet sich diese Definition grundlegend von unserer alltäglichen Auffassung von psychischen Belastungen.

Psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz

Die Ursachen einer psychischen Belastung bei der Arbeit können ganz unterschiedlich sein. Der Einfachheit halber teilt man diese je nach Ausprägung in einen von fünf Merkmalsbereichen ein:

  • Soziale Faktoren: mangelndes oder unangemessenes Feedback vom Chef, schlechte Kommunikation, kaum Mitspracherechte
  • Arbeitsaufgabe: häufige Überstunden, Über- oder Unterforderung
  • Arbeitsumgebung: fehlende ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes (auch Akustik, Beleuchtung, Raumklima)
  • Arbeitsorganisation: Dauerhafte Arbeitsunterbrechungen, hoher Verantwortungsdruck
  • Arbeitsformen: starre Arbeitszeiten, lange Arbeitswege, befristeter Arbeitsvertrag, mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Psychische Belastung und ihre Folgen

Wenn psychische Fehlbelastungen Überhand nehmen, bleiben negative Konsequenzen häufig nicht aus. Diese reichen von Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen bis hin zu chronischen Schmerzen insbesondere im Kopf- und Rückenbereich und ernsthaften Depressionen.  Aber auch für problematischen Suchtmittelkonsum kann arbeitsbedingter Stress den Auslöser darstellen. So sehen Betroffene teilweise keinen anderen Ausweg mehr, als ihre Sorgen im Alkohol zu ertränken.

Die Zahlen sprechen für sich: Psychische Erkrankungen ziehen mit durchschnittlich 40 bis 45 Fehltagen die längste Arbeitsunfähigkeit nach sich. Nur Krebserkrankungen übersteigen diesen Wert noch.

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Während psychische Belastungen bis vor einigen Jahren noch ein Schattendasein fristeten, kommt diesen in letzter Zeit immer mehr Bedeutung zu. So sind Arbeitgeber seit 2013 dazu verpflichtet, psychische Belastungsfaktoren in ihre Gefährdungsbeurteilung zu integrieren. Dabei geht es darum, die genauen Belastungen für die einzelnen Arbeitsbereiche und Tätigkeiten zu ermitteln, zu beurteilen und daraus geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten, die der Verbesserung der Arbeitsgestaltung dienen. Die getroffenen Maßnahmen sind regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Die Büro für Arbeit & Umwelt Managementsysteme GmbH sind Ihnen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung gerne behilflich. Kontaktieren Sie uns dazu wahlweise telefonisch, per E-Mail oder persönlich in unserer Niederlassung im nordrhein-westfälischen Remscheid. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!