Ladungssicherung

Mangelnde Ladungssicherung zählt zu den häufigsten Unfallursachen. Obwohl sie ein akutes Risiko für Leib und Leben aller Verkehrsteilnehmer darstellt, sichern noch immer viel zu wenig Fahrer ihre Ladung angemessen. So haben polizeiliche Kontrollen immer wieder ergeben, dass bis zu zwei Drittel aller Ladungen über eine ungenügende Ladungssicherung verfügten. Welche Rechtsgrundlagen Sie beim Sichern Ihrer Ladung beachten müssen und wie die korrekte Ladungssicherung aussehen kann, erfahren Sie im Arbeitsschutz Glossar.

Gesetzliche Vorschriften

Der Begriff Ladungssicherung findet im Straßen-, Eisenbahn-, Luft- und Schiffsverkehr Verwendung. Zumeist referiert man damit jedoch auf das Sichern von Ladungen beim Straßentransport, weshalb der Fokus des vorliegenden Beitrags auf diesem Bereich liegen soll. Im Straßentransport in Deutschland finden verschiedene Gesetzestexte Anwendung, allen voran die Straßenverkehrsordnung. So heißt es in §22 StVO, dass die Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen“ kann. Dabei gilt die Richtlinie VDI 2700 als anerkannter Stand der Technik und Grundlage der vorschriftsgemäßen Ladungssicherung.

Für die korrekte Ladungssicherung sind nicht nur die Fahrer selbst, sondern auch Fahrzeughalter und Verlader verantwortlich. Ein Verstoß gegen die gesetzlichen Vorschriften stellt eine grobe Ordnungswidrigkeit dar, die je nach Schwere des Vergehens mit ein oder zwei Punkten in Flensburg, Geldbußen oder bei fahrlässiger Körperverletzung sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Risikofaktor Ladungsverschiebung

Das größte Risiko einer mangelnden Ladungssicherung geht von der damit zusammenhängenden Ladungsverschiebung aus. Damit ist eine ungewollte Verschiebung des Ladeguts während des Transports gemeint. Die Ladungsverschiebung kann von verschiedenen Kräften ausgelöst werden, die beim Transport auftreten. Das sind:

  • Beschleunigungskräfte, die nach hinten wirken,
  • Bremskräfte, die nach vorne wirken,
  • Beim Durchfahren von Kurven zu den Seiten wirkende Bewegungskräfte,
  • Auf unebenen Straßen vertikal wirkende Bewegungskräfte.

Die Ladungsverschiebung kann dazu führen, dass Ladegut verloren geht oder die Fahrzeugbegrenzung überschritten und dabei der Gegenverkehr gefährdet wird. Im schlimmsten Fall kann ein Fahrzeug durch Ladungsverschiebung sogar umkippen. Um diese Gefahr zu eliminieren, ist eine korrekte Ladungssicherung im Straßentransport essentiell.

Arten von Ladungssicherung

Bei der Ladungssicherung unterscheidet man in zwei unterschiedliche Verbindungstechniken, die sich aber auch miteinander kombinieren lassen: Den Kraftschluss und den Formschluss.

  • Kraftschluss: Die kraftschlüssige Verbindungstechnik basiert auf dem Prinzip der Niederzurrung. Dabei wird die Ladung mit geeigneten Sicherungsmitteln auf die Ladefläche gepresst. Die damit einhergehende Erhöhung der Reibungskraft verhindert ein Verrutschen der Ladung. Reibwerterhöhende Unterlagen, sogenannte „Antirutschmatten“, verstärken diesen Effekt noch.
  • Formschluss: Der Formschluss kann entweder durch die lückenlose Verstauung der Ladung oder das Direktzurren (Befestigung des Zurrmittels direkt an den festen Teilen der Ladung oder den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten und am Transportmittel) erfolgen. Diese Verfahren sind aber nur dann ohne weiteres Niederzurren zulässig, wenn der Fahrzeugaufbau eine hohe Stabilität aufweist. Die Aufbaufestigkeit von Transportfahrzeugen ist europaweit vorgeschrieben. Nähere Angaben finden Sie in der VDI 2700.

Hilfsmittel zur Ladungssicherung

Bei der Ladungssicherung kommen unterschiedliche Zurr- und Hilfsmittel zum Einsatz. Die bekanntesten sind Zurrgurte, Zurrketten und Zurrdrahtseile. Es ist aber auch eine Sicherung mittels Ankerschienen, Trennwänden, Keilen und Staupolstern möglich.

Zur Verwendung von Zurrgurten in Deutschland macht der Gesetzgeber einige Vorgaben. So müssen diese an beiden Enden gekennzeichnet sein, u.a. mit Angaben zur normalen Handkraft, normalen Vorspannkraft, aufnehmbaren Kraft, zum Hersteller, Herstellungsjahr und verwendeten Material. Sobald die Zurrgurte ihre Ablegereife erreicht haben, dürfen sie nicht mehr verwendet werden.

Schulung zur Ladungssicherung mit dem Büro für Arbeit & Umwelt

Die korrekte Ladungssicherung ist ein kompliziertes Handwerk, bei dem viele unterschiedliche Vorschriften Beachtung finden müssen. Da alles richtig zu machen, ist gar nicht mal so einfach. Um Unfälle trotzdem gezielt zu vermeiden, bilden wir Personen, die mit Ladungssicherungsaufgaben betraut sind, in den dafür erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten aus – gerne auch direkt in Ihrem Hause.

In praktischen Übungen zeigen wir den Teilnehmern, wie die korrekte Ladungssicherung aussehen kann und welche Möglichkeiten Sie dabei haben. Dabei gehen wir auch auf individuelle Fragen der Teilnehmer ein und stellen sicher, dass jeder Einzelne die Inhalte auch wirklich versteht und verinnerlicht. Klingt das für Sie interessant? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!